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Stan Lafleur - die welt auf dem fusz Fußballgedichte mit Halbzeitpause 144 Seiten
Koall Verlag, Berlin 2006
ISBN 3-938436-03-4 buchinformationen.de schrieb: (...) Stan Lafleur (...) hat in 90 "Fußballgedichten
mit Halbzeitpause" dem beliebtesten Sport in Deutschland ein lyrisches Denkmal
gesetzt. Da werden die alten Haudegen der ehemaligen Nationalelf verewigt, von
Günter Netzer bis Sepp Maier. Daneben rücken einige internationale Fußball-Legenden
wie Oleg Blochin und George Best ins poetische Flutlicht. Aber auch Akteure (wie
Ronaldinho oder Miroslav Klose), die wir in Kürze auf dem grünen WM-Rasen bewundern
können, hat der Autor in Verse geschmiedet. Man möchte meinen, Stan Lafleur
wäre ein verkappter Fußballtrainer, der die sportlichen Stärken und Schwächen
der Spieler aufs Korn nimmt und mit einem zwinkernden Auge Spielanalyse betreibt.
Immer nach der Devise "Fußball findet im Kopf statt". Daneben spielt natürlich
auch der Unterhaltungswert des Fußballs eine entscheidende Rolle auf diesen 144
Seiten: "ein gutes spiel ist wie ein lied, das dich zum weinen bringt". (...)
Die (...) Verse in konsequenter Kleinschreibung besitzen eine skurrile Tragikkomik,
teilweise mit einer Prise schwarzen Humors oder angereichert mit Seitenhieben
auf die wichtigste Nebensache der Welt. Sie kommen in freien Rhythmen daher gedribbelt,
lassen jedoch bei allem Humor nicht den nötigen Ball-Ernst vermissen. Kurz vor
Abpfiff gibt es noch eine Ballade auf die Kreisliga, wo es mitunter schon "reichlich
auffe fresse gab, aber alle leben noch." Die Gedichte lesen sich flott und
flüssig, dass man sich am Ende nur wundert: Was schon 90 Minuten (Gedichte) vorbei?
Doch die Verlängerung bringt (...) ein paar Informationen zu den zahlreichen Kicker-Helden
zwischen den beiden Torstangen. Der (...) Lyrikband gibt also durchaus die passende
Lektüre für die Halbzeitpausen während der 64 Spiele der WM-Endrunde ab und sollte
daher Platz finden neben Knabbergebäck und einem kühlen Blonden. (15. Mai
2006, Manfred Orlick) Und hier ein kleiner Vorgeschmack:durchschnittsprofi
mit einem uebersteiger, der mut
ueberstieg die mittel, setzte er sich
zum abschied nochmal in szene
befeuerte die fans, die hueben wie
drueben ihre stimme erhoben. es war
doch alles gehupft wie gesprungen
resuemierte er seine karriere, zehn
jahre mittelmasz auf hinten links
zum abschied launig im sportstudio
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ailton
seit ihn als kind ein pferdehuf traf
lag sein kinn auf die brust gerutscht
als kimme fuer seine sprints, die er
wie eine mit drall gespielte kugel
beim kunststoszbillard anzog, die
leuchtspuren seines trikots sanken
langsam auf den rasen, als die fans
laengst ausgelassen ihre feisten
bockwuerste schwenkten: angriff
um angriff verlief in heisenbergscher
unschaerfe: ailton war wo der ball
wo ailton war, nur schneller & kaum
aufspuerbar jagte ihn sein instinkt
aus unbestimmten anfangslagen bis
mitten in die wahl zum tor des monats
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george best
wann denn alles anfing so unmenschlich
schiefzugehn, fragte der etagenkellner in
diesem plueschhotel, in dem er entspannte
mit ein paar pullen jahrgangschampagner
zwanzigtausend pfund in bar aufm plumeau
& drunter die amtierende miss universum
auch beim schlagen hatte er die haken auf
dem feld bereits gegen frauen getauscht &
trank, kaum war die op ueberwunden, auf
seine zweitleber. was soll schiefgegangen
sein, nichts ist schiefgegangen, antwortete er
& zirkelte seine paesse, kopfschuettelnd vor
so viel falschem mitleid, je nach pegel ins
aus oder zu den begeisterten fluegelspitzen
seiner kameraden von der knastmannschaft
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frank lampard
frank lampard, dessen vater der alte frank lampard war
wie auch seine drei brueder, ein aelterer, zwei juengere
allesamt frank lampard hieszen, besagter frank lampard
war ein fuszballspieler der extraklasse, weit besser noch
als sein vater frank lampard, der ebenfalls mit dem ball
umzugehen verstand wie auch frank lampards drei gleich-
namige brueder dies prima familientalent geerbt hatten –
doch keiner von ihnen brachte es im fuszball soweit wie
frank lampard selbst. er verdichtete das mittelfeld zu un-
durchdringlicher materie & knallte, falls noetig oder nur
mal so zum spasz den ball hoechstselbst in die maschen
waehrend sein vater & seine brueder zusammen mit
einigen anderen, die gleichfalls von hause aus seit jeher
frank lampard hieszen das spiel frank lampards im pub
verfolgten, bejubelten & in duennem lagerbier loesten
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© stan lafleur
Stan Lafleur wurde 1968 in Karlsruhe geboren und lebt derzeit in Köln. Autor und Spoken Word Performer. Immer wieder Zusammenarbeit mit Musikern (MC, LP, CD und Hörspiel). Mehrere Einzeltitel. Mehrere Auszeichnungen, darunter: Rolf Dieter Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln 2001 & Literaturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Lyrik 2002. Viel mehr Informationen über Stan Lafleur, dieses & weitere Bücher erhaltet Ihr auf seiner Homepage, siehe eine Zeile tiefer.
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