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wan-tan-b - neptune #1 Eine Arbeit von wan-tan-b zum D-Day. Kleine Döschen, beklebt mit Strandgut, innen mit "kindgerechtem Kriegsgerät" gefüllt. Der Angriffsplan 'neptune' der Allierten umfaßte seit 1943 die Vorbereitungen zur großangelegten Truppenlandung in der Hoffnung, im Zuge dieser militärischen Operation die Befreiung Europas vom Nazismus voranzutreiben. 2004 jährt sich zum 60. Mal der 6. Juni 1944, der sogenannte 'D-Day' als wichtiger Bestandteil unserer kollektiven Gedächtniskultur. Lassen Sie diesen Tag nicht sinnlos vorüberziehen. Machen Sie sich ein Souvenir! Text: Waltraud Blischke
Ulrike Klein schreibt zum d-day: "Während sich die deutsche Presse, was die deutsche Position beim D-Day anbelangt, in den Textbeiträgen sehr zurückhält, fließt diese
in subtiler Art und Weise bei den symbolstärksten Illustrationen ein.
Ein verblaßter, nun mit Morbidität verbundener Mythos scheint hier
wieder aufzuflackern, nämlich der Mythos der uneinnehmbaren ,Festung
Europa', symbolisiert durch die dem physischen Verfall anheim
gefallenen Bunker des Atlantikwalls an der Küste der Normandie.
Bilder, die eine Art Volksfeststimmung vermitteln, sind beispielhaft
für das französische Funktionsgedächtnis. Konsumentengerecht
aufgemachte Sammlerartikel und Orginalprodukte aus der Zeit des
historischen D-Day (ZIPPO-Feuerzeuge, Khaki-Hamilton-Uhren, Orginal
GI-Uniformen und Stiefel, Soldatenverpflegung etc.) propagieren einen
fast spielerischen Umgang mit dieser Endphase des II. Weltkrieges.
D-Day als gesellschaftliches Ereignis für jedermann ist somit die
implizite Botschaft der französischen, diachronen Illustrationen.
Erinnerung wird in Frankreich im wahrsten Sinne des Wortes zum
,Souvenir'.
Ähnlich wie in Deutschland lebt in Großbritannien in den
symbolträchtigsten Illustrationen ein zutiefst britischer Mythos
wieder auf. Der sentimentale Rückblick und der Glaube an das einstmal
militärisch starke und politisch bedeutende ,British Empire' finden
ihren Niederschlag in der Dominanz der Illustrationen schwerer
Militaria.
Die amerikanische Presse betont hingegen einen Aspekt, der im
öffentlichen Diskurs der drei anderen Länder eine untergeordnete
Rolle zu spielen scheint. Der D-Day ist für die Amerikaner untrennbar
mit menschlichen Verlusten, Tod, Leid und Opferbereitschaft
verbunden, an die die Bilder der Soldatenfriedhöfe von nicht enden
wollenden Reihen weißer Kreuze zeugen sollen."
zitiert aus: Ulrike Klein: Das internationale Medienereignis D-Day. Presse und
kollektives Erinnern nach 50 Jahren. Bochum 1996
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