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Ingo Jacobs - Lichtbildgerät
Gedichte, 1999, 90 Seiten, Edition Krautgarten im Gollenstein Verlag ISBN 3-933389-72-0 Nun auch empfohlen durch die Zeitschrift woman Heft Nr. 25, 28.11.06, Seite 105
Ingo Jacobs (1969) hat in den Jahren seines Schreibens und Veröffentlichens
eine klare Wegstrecke im Experimentieren zurückgelegt. Die nun in Lichtbildgerät
vorliegende Sammlung greift auf Themen und Stationen des ganzen Weges
zurück und stellt zugleich eine Jetzt-Auskunft über die Poetologie eines
jungen Autors dar, dem das Glück der Kritik und die Konfrontation die
Gelegenheit gab, die Sprache, die Motive, die Stimmen immer neu auf
die Gegenwart auszurichten."Hoffnungslos modern" nannte ein Kritiker
seine Gedichte. Verlagsinfo
Textprobe:
Ausgeschlossen
in dieser Lage bekommt man nur Besuch
von Schlüsseldiensten: ausgesperrt am ersten
Frühlingstag. um mich herum spielt jeder
Kleinfamilie, EXPRESS beschwört natürliche
Instinkte. ständig tauschen sie Symbole &
festigen stabile Brechung sich, nur so fühlt man
sich echt & ganz. schon schwirrn erste Insekten
durch Frequenzenluft, ich fledder die Archive
meiner nebelhaften Logik & blicke auf gebrochene
Notizen, Kampfansagen (Leben): Ich bin der
Text, der gar nicht da sein will.
Pressestimmen zu Ingo Jacobs' Lichtbildgerät:
Nun auch empfohlen durch die Zeitschrift woman Heft Nr. 25, 28.11.06, Seite 105
"Ingo Jacobs gelingt mit seiner
Lyrik etwas Seltenes: mit großem Spaß eine schwierige
Sache angemessen ernst zu betreiben. Auf der Höhe seiner
Zeit bewegen sich die Gedichte mühelos durch unseren Alltag,
ohne dabei Zugeständnisse an die Flüchtigkeit machen
zu müssen. Unter Titeln wie 'Chefleibwächterkamera',
'Happy Arbeit', 'Sick Sex Lattice Work' oder 'Der Star, die Ferien
& die Macht' erfährt man, wie körperlich der Einzelne
im kapitalen Raum einer global inszenierten Wirklichkeit lebt.
Auf eine schiefe Ebene gerät dabei am Ende auch der Dichter,
die Dichtlust: zu viele Codewörter z.B. codewort / Codewort.
'lachhaft / getrieben, das alles, schreibt Jacobs. Er ist
mit 30 ein so genannter junger Autor, doch einen Schritt weiter
als mancher mit 40."
Die Woche, 17.03.00
"Ingo Jacobs überfällt
uns immer wieder mit überraschenden Wendungen. Er führt
Worte und Sprache in Versuchung und erlöst uns nicht von
dem Übel der Verwirrung. Dabei interessieren ihn weniger
Inhalte als vielmehr der Mechanismus des Schreibens. Der Alltag
dient als Sprachreservoir, Jacobs bedient sich der Umgangssprache,
arbeitet mit Zitaten, verfälscht sie nach Belieben. (...)
Der Zugang zu Ingo Jacobs' experimenteller Lyrik fällt nicht
gerade leicht. Wer ihn dennoch mit beharrlicher Geduld schafft,
der kann gewiss aus den ständigen Irritationen einige anregende
Denkanstöße erhalten."
Belgischer Rundfunk, Forum,
24.4.99
"Nicht zufällig deshalb Jacobs'
Tendenz zu sprachlichem Experimentieren: aus dem massiven Misstrauen
gegen 'die Wörter' erwächst zugleich die Freude über
sprachliche Analogien und (Dis-) Harmonien. (...) 'Lichtbildgerät'
versammelt Gedichte, die formal nicht jedem direkt zugänglich
sein mögen, die aber inhaltlich auf wohlbekanntem Terrain
siedeln: die Großstadt, ihre Straßen und Orte, und
das einsame Zimmer in der großen Stadt, Klause der Selbstreflexion
über Aus- und Eingeschlossenheit."
Kölner StadtRevue,
Februar 1999
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